Mythos Ferrari auf der Motorshow in Essen

Ferrari – das ist Mythos im Automobilrennsport. Ferrari – das ist der Mythos in der Formel 1, Ferrari – das ist aber auch Mythos im Serienwagen-Bau. Seit Beginn der Formel 1-Weltmeisterschaft im Jahr 1950 ist Ferrari ununterbrochen in diesem wichtigsten Championat dabei – als einziges Team überhaupt. Die feuerroten Formel 1-Boliden aus Maranello haben die Geschichte der WM maßgebend beeinflusst. Ferrari ist das erfolgreichste Team der Historie.

Ferrari ist aber auch eine berühmte Automobilfabrik für exklusive Serien-Sportwagen, die sich jeder kaufen kann, wenn er das nötige Kleingeld hat. Seit über 60 Jahren gehören Ferrari-Modelle zu den prestigeträchtigsten und leistungsfähigsten Straßen-Sportwagen der Welt.

Die Legende Ferrari begründet sich auf den Firmengründer Enzo (geboren am 18. Februar 1898, gestorben am 14. August 1988 im Alter von 90 Jahren in seinem Haus in Modena). Von 1919 bis 1932 war er aktiver Rennfahrer, ohne aber den ganz großen Erfolg verbuchen zu können. 1929 gründete er die Scuderia Ferrari, die in den 30er-Jahren der offizielle Rennstall von Alfa Romeo wurde. Fahrer wie Tazio Nuvolari, Achille Varzi oder Louis Chiron siegten bei der Mille Miglia, beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans, beim Großen Preis von Belgien oder beim Großen Preis von Deutschland auf dem Nürburgring.

Gegen die Mercedes und Auto Union-Rennwagen hatte er allerdings in den Jahren 1933 bis 1939 im Grand Prix-Sport kaum eine Chance. 1939 trennte er sich im Streit von Alfa Romeo und begann eigene Autos zu bauen – natürlich Rennwagen. 1940 (Italien war noch nicht in den 2. Weltkrieg eingetreten – Beginn am 1. September 1939) starteten bei der Mille Miglia zwei Ferrari-Sportwagen, die aber aus Vertragsgründen („Trennungs-Vertrag“ mit Alfa Romeo) ANSA hießen.

Ferrari 166 Inter GT von 1950: Erster Serien-GT aus dem Hause Ferrari.12 Zylinder, 1995 ccm Hubraum, 115 PS Leistung. Hatte Ferrari seit 1947 „nur“ Rennwagen und Sportwagen gebaut, die hauptsächlich in Rennen eingesetzt wurden, so war der im Jahr 1949 vorgestellte Typ 166 Inter ein GT-Fahrzeug für den „normalen“ Straßenverkehr. Allerdings. Der Motor stammte von den Rennfahrzeugen ab. Insgesamt baute Ferrari vom 166 Inter GT 37 Exemplare. Ab 1950 wurde der Motor dann auf 2,3 Liter vergrößert, was zur Typenbezeichnung 195 Inter führte. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 166 Inter GT von 1950: Erster Serien-GT aus dem Hause Ferrari.12 Zylinder, 1995 ccm Hubraum, 115 PS Leistung. Hatte Ferrari seit 1947 „nur“ Rennwagen und Sportwagen gebaut, die hauptsächlich in Rennen eingesetzt wurden, so war der im Jahr 1949 vorgestellte Typ 166 Inter ein GT-Fahrzeug für den „normalen“ Straßenverkehr. Allerdings. Der Motor stammte von den Rennfahrzeugen ab. Insgesamt baute Ferrari vom 166 Inter GT 37 Exemplare. Ab 1950 wurde der Motor dann auf 2,3 Liter vergrößert, was zur Typenbezeichnung 195 Inter führte. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 166 Inter GT von 1950 Kraftquelle: 12-Zylinder-Motor. Foto: Rainer Schlegelmilch
Ferrari 166 Inter GT von 1950 Kraftquelle: 12-Zylinder-Motor. Foto: Rainer Schlegelmilch
Ferrari 250 GT Boano Coupé von 1956: Erster Ferrari-Typ, von dem 100 Exemplare mit identischer Karosserie gebaut wurden. 12 Zylinder, 2953 ccm Hubraum, 240 PS Leistung. Auf dem Genfer Salon im März 1956 präsentierte Ferrari den Nachfolger des Typs 250 GT Europa. Die Karosserie war von Ferraris „Haus-Designer“ Pinin Farina (damals noch in zwei Worten geschrieben) geschneidert worden. Gegenüber dem Europa war das Auto niedriger und hatte einen kleineren Kühlergrill. Pinin Farina baute vier weitere Prototypen. Erst dann gab Ferrari den Bau der Serien-Modelle frei. Weil Pinin Farina nicht genügend Kapazität hatte, fertigte die Karosserie-Firma Boano 64 Exemplare. Der Rest der 100 vorgesehenen Autos wurde dann bei Ellena gebaut. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 250 GT Boano Coupé von 1956: Erster Ferrari-Typ, von dem 100 Exemplare mit identischer Karosserie gebaut wurden. 12 Zylinder, 2953 ccm Hubraum, 240 PS Leistung. Auf dem Genfer Salon im März 1956 präsentierte Ferrari den Nachfolger des Typs 250 GT Europa. Die Karosserie war von Ferraris „Haus-Designer“ Pinin Farina (damals noch in zwei Worten geschrieben) geschneidert worden. Gegenüber dem Europa war das Auto niedriger und hatte einen kleineren Kühlergrill. Pinin Farina baute vier weitere Prototypen. Erst dann gab Ferrari den Bau der Serien-Modelle frei. Weil Pinin Farina nicht genügend Kapazität hatte, fertigte die Karosserie-Firma Boano 64 Exemplare. Der Rest der 100 vorgesehenen Autos wurde dann bei Ellena gebaut. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 250 GT Boano Coupé von 1956 Cockpit: klassisch mit Rundinstrumenten. Foto: Rainer Schlegelmilch
Ferrari 250 GT Boano Coupé von 1956 Cockpit: klassisch mit Rundinstrumenten. Foto: Rainer Schlegelmilch
Ferrari 410 Super America Superfast von 1956: Damaliges Top-Modell von Ferrari. 12 Zylinder, 4962 ccm Hubraum, 340 PS Leistung. Das Modell, das von 1955 bis 1959 in sehr geringer Stückzahl (34 Exemplare) gebaut wurde, war hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt gedacht. Allerdings wurde er dort zu einem doppelt so hohen Preis wie der damalige Mercedes-Benz 300 SL mit Flügeltüren angeboten. Auf dem Turiner Salon 1956 zeigte Pinin Farina eine Studie Superfast (hervorstechendes Merkmal: keine A-Säule) auf Basis des 410 Super America. (Foto: Messe Essen)
Ferrari 410 Super America Superfast von 1956: Damaliges Top-Modell von Ferrari. 12 Zylinder, 4962 ccm Hubraum, 340 PS Leistung. Das Modell, das von 1955 bis 1959 in sehr geringer Stückzahl (34 Exemplare) gebaut wurde, war hauptsächlich für den US-amerikanischen Markt gedacht. Allerdings wurde er dort zu einem doppelt so hohen Preis wie der damalige Mercedes-Benz 300 SL mit Flügeltüren angeboten. Auf dem Turiner Salon 1956 zeigte Pinin Farina eine Studie Superfast (hervorstechendes Merkmal: keine A-Säule) auf Basis des 410 Super America. (Foto: Messe Essen)
Ferrari 250 GT SWB Berlinetta von 1960: Wohl das berühmteste Ferrari-Modell 12 Zylinder, 2953 ccm Hubraum, 260 PS Leistung. Es lässt sich trefflich streiten, doch für viele ist der 250 GT SWB der berühmteste Ferrari aller Zeiten. Der teuerste auf Auktionen ist er auf jeden Fall. So wurden top-restaurierte und/oder erhaltene Exemplare in den letzten Jahren mehrmals für über fünf Millionen Dollar versteigert. SWB steht für short-wheel-base = kurzer Radstand (im Vergleich zu den damaligen „normalen“ 250 GT-Modellen). Vom SWB gab es auch Renn-Versionen. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 250 GT SWB Berlinetta von 1960: Wohl das berühmteste Ferrari-Modell 12 Zylinder, 2953 ccm Hubraum, 260 PS Leistung. Es lässt sich trefflich streiten, doch für viele ist der 250 GT SWB der berühmteste Ferrari aller Zeiten. Der teuerste auf Auktionen ist er auf jeden Fall. So wurden top-restaurierte und/oder erhaltene Exemplare in den letzten Jahren mehrmals für über fünf Millionen Dollar versteigert. SWB steht für short-wheel-base = kurzer Radstand (im Vergleich zu den damaligen „normalen“ 250 GT-Modellen). Vom SWB gab es auch Renn-Versionen. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 365 GTB/4 Daytona Coupé von 1971: Unerwarteter Erfolg. 12 Zylinder, 4390 ccm Hubraum, 350 PS Leistung. Gebaut von 1968 bis 1973 in fast 1300 Exemplaren gehört der 365 GTB/4 zu den erfolgreichsten Serien-Modellen aus dem Hause Ferrari überhaupt. Die Zusatz-Bezeichnung Daytona wurde von Ferrari nie offiziell verwendet. Als das Modell 1968 auf dem Paris Autosalon zum ersten Mal gezeigt wurde, hieß es unter den Journalisten auf einmal Daytona, wohl in Erinnerung an den Dreifach-Sieg von Ferrari 1967 beim 24-Stunden-Rennen in Daytona Beach. Das Auto hatte noch die traditionelle Anordnung: Frontmotor mit Hinterradantrieb und wog fast 1500 kg. Deshalb hatten Experten nicht mit einem Erfolg am Markt gerechnet. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 365 GTB/4 Daytona Coupé von 1971: Unerwarteter Erfolg. 12 Zylinder, 4390 ccm Hubraum, 350 PS Leistung. Gebaut von 1968 bis 1973 in fast 1300 Exemplaren gehört der 365 GTB/4 zu den erfolgreichsten Serien-Modellen aus dem Hause Ferrari überhaupt. Die Zusatz-Bezeichnung Daytona wurde von Ferrari nie offiziell verwendet. Als das Modell 1968 auf dem Paris Autosalon zum ersten Mal gezeigt wurde, hieß es unter den Journalisten auf einmal Daytona, wohl in Erinnerung an den Dreifach-Sieg von Ferrari 1967 beim 24-Stunden-Rennen in Daytona Beach. Das Auto hatte noch die traditionelle Anordnung: Frontmotor mit Hinterradantrieb und wog fast 1500 kg. Deshalb hatten Experten nicht mit einem Erfolg am Markt gerechnet. (Foto: Rainer Schlegelmilch)
Ferrari 512 BB Pininfarina Coupé von 1976: Erinnerung an einen Rennsport-Typ. 12 Zylinder, 4942 ccm Hubraum, 360 PS Leistung. Die 512-Baureihe mit Mittelmotor stellte Ferrari 1976 auf dem Pariser Autosalon vor - quasi als Nachfolger des 365 GT/B, der ja noch einen Frontmotor gehabt hatte. Das Auto blieb bis 1984 im Programm. Die Bezeichnung 512 für einen Fünfliter-V12-Motor war neu. Nach der bis dahin bei Ferrari üblichen Typologie für Serienwagen hätte das Auto eigentlich 412 heißen müssen, denn vorher ergab der Einzelhubraum eines Zylinders in Kubikzentimetern die Typenbezeichnung. Davon wurde wohl in Erinnerung an die Rennsportwagen vom Typ 512 abgesehen, die sich Anfang der 1970er-Jahre einen guten Namen gemacht hatten… (Foto: Messe Essen)
Ferrari 512 BB Pininfarina Coupé von 1976: Erinnerung an einen Rennsport-Typ. 12 Zylinder, 4942 ccm Hubraum, 360 PS Leistung. Die 512-Baureihe mit Mittelmotor stellte Ferrari 1976 auf dem Pariser Autosalon vor - quasi als Nachfolger des 365 GT/B, der ja noch einen Frontmotor gehabt hatte. Das Auto blieb bis 1984 im Programm. Die Bezeichnung 512 für einen Fünfliter-V12-Motor war neu. Nach der bis dahin bei Ferrari üblichen Typologie für Serienwagen hätte das Auto eigentlich 412 heißen müssen, denn vorher ergab der Einzelhubraum eines Zylinders in Kubikzentimetern die Typenbezeichnung. Davon wurde wohl in Erinnerung an die Rennsportwagen vom Typ 512 abgesehen, die sich Anfang der 1970er-Jahre einen guten Namen gemacht hatten… (Foto: Messe Essen)

Zum ersten Start eines „echten“ Ferrari kam es nach dem Ende des 2. Weltkrieges am 11. Mai 1947 bei einem Sportwagenrennen in Piacenza in Italien. Das Auto mit Franco Cortese (Italien) fiel aus. Seit 1948 beteiligte sich Ferrari neben Sportwagen-Rennen auch an der Formel 1 und begann mit dem Bau von sportlichen Serienwagen, die wegen der vielen Rennerfolge seiner Firma (z.B. 1949 erster Gesamtsieg in Le Mans, Grand Prix-Siege in der Schweiz und Italien) rasch zum Status-Symbol von gekrönten Häuptern und Filmstars wurden.

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