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	<title>Oldtimer24.com &#187; Lancia</title>
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	<description>Notizen aus der automobilen Vergangenheit</description>
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		<title>Lancia Stratos: eine Legende wird 40</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 16:01:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Markus Burgdorf</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ultimatives Rallyegerät der Siebziger holte mit seinem 2,4-Liter-Sechszylinder-Mittelmotor aus dem Ferrari Dino 246 GT drei WM-Titel in Folge. Der Lancia Stratos HF, so der vollständige Name des magischen Keils, war Purismus pur, ein hochspezialisierter Jäger und Sammler. Bevorzugte Reviere: für die zivile Autofahrt schwer zugängliche Terrains, bedeckt mit Schotter, Asphalt oder Schnee.  ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Begriffen  wie Kult, Legende oder Mythos wird gern  und häufig hantiert, nicht immer  scheint dieser Anspruch  gerechtfertigt. Im Falle Lancia Stratos ist er es ohne  Zweifel.  Automobilenthusiasten, vor allem solche mit Motorsport- und   insbesondere Rallye-Affinität, werden ihm diesen Sonderstatus  bescheinigen, ohne  Wenn und Aber.</p>
<div id="attachment_318" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a rel="attachment wp-att-318" href="http://www.oldtimer24.com/2010/04/29/lancia-stratos-eine-legende-wird-40/g_lancia_stratos_1/"><img class="size-full wp-image-318" title="G_Lancia_Stratos_1" src="http://www.oldtimer24.com/wp-content/uploads/2010/04/G_Lancia_Stratos_1.gif" alt="Lancia Stratos von vorne in Rallyeausführung" width="560" height="437" /></a><p class="wp-caption-text">Rallye-Legende wird 40: 1970 präsentiert lancia in Turin den Lancia Stratos, der in der Folge ein erfolgreiches Rallyefahrzeug wurde und heute - da selten - hoch gehandelt wird. (Foto: Lancia)</p></div>
<div id="attachment_315" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a rel="attachment wp-att-315" href="http://www.oldtimer24.com/2010/04/29/lancia-stratos-eine-legende-wird-40/lancia_stratos_seitenansich/"><img class="size-full wp-image-315" title="Lancia_Stratos_seitenansich" src="http://www.oldtimer24.com/wp-content/uploads/2010/04/Lancia_Stratos_seitenansich.gif" alt="Seitenansicht des Lancia Stratos im Rallyetrim" width="560" height="437" /></a><p class="wp-caption-text">Der Lancia Stratos war eines der erfolgreichsten Rallye-Fahrzeuge seiner Zeit (Foto: Lancia)</p></div>
<p>Der Lancia Stratos HF, so der vollständige Name   des magischen Keils, war Purismus pur, ein hochspezialisierter Jäger und   Sammler. Bevorzugte Reviere: für die zivile Autofahrt schwer  zugängliche Terrains,  bedeckt mit Schotter, Asphalt oder Schnee.  Bevorzugtes Beuteschema: Renntrophäen,  am liebsten in Serie. So  geschehen bei der Rallye-Weltmeisterschaften: Drei WM-Titel in Folge  holte der Stratos für Lancia: 1974, 1975 und  1976. Personenkult in Form  einer Fahrerwertung gab es damals nicht. Im  Mittelpunkt stand der  Dienst an der Marke. Basta!</p>
<p><strong>Publikumsdebüt auf dem Turiner Autosalon  1970</strong></p>
<p>Sein Debüt vor  internationalem Publikum gab der  Stratos vor vierzig Jahren, 1970, in Gestalt  einer Designstudie auf dem  Turiner Autosalon. Das Konzept: ein V-Vierzylinder-Mittelmotor, längs  vor der Hinterachse angeordnet. Die Ehre des Antriebs wurde einem  Serienmotor  aus dem Lancia Fulvia zuteil. Nicht unbedingt ein Package,   das man für ein Rallyeauto erwartete, denn entgegen den  Gesetzmäßigkeiten einer  fahrdynamikorientierten Gewichtsverteilung saß  der Pilot sehr weit vorn.</p>
<div id="attachment_316" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a rel="attachment wp-att-316" href="http://www.oldtimer24.com/2010/04/29/lancia-stratos-eine-legende-wird-40/lancia_stratos1973-1975b/"><img class="size-full wp-image-316" title="Lancia_Stratos1973-1975B" src="http://www.oldtimer24.com/wp-content/uploads/2010/04/Lancia_Stratos1973-1975B.gif" alt="Lanicia Stratos der Baujahre 1973, 1974 und 1975" width="560" height="417" /></a><p class="wp-caption-text">Schon die Zivilversion des Lancia Stratos beeindruckt durch ihren sportlichen Auftritt (Foto: Lancia)</p></div>
<p>Das  radikal-futuristische Design der Studie war  nicht etwa ein Modegag oder schiere  Effektheischerei, sondern  resultierte aus umfangreichen Tests im Windkanal zwecks  Minimierung des  Luftwiderstands. Entsprechend der Prämisse „Form follows  function“  gestaltete sich auch der Zugang des Fahrers an seinen Arbeitsplatz.  Der  war nur über die aufklappbare Frontscheibe zugänglich, Purismus eben.</p>
<div id="attachment_317" class="wp-caption aligncenter" style="width: 570px"><a rel="attachment wp-att-317" href="http://www.oldtimer24.com/2010/04/29/lancia-stratos-eine-legende-wird-40/lanicia_stratos/"><img class="size-full wp-image-317" title="Lanicia_stratos" src="http://www.oldtimer24.com/wp-content/uploads/2010/04/Lanicia_stratos.gif" alt="Lancia Stratos" width="560" height="402" /></a><p class="wp-caption-text">Lancia Stratos (Foto: Lancia)</p></div>
<p><strong>Ein Extremist auf dem Rallye Parcours</strong></p>
<p>Als 1971 der straßenzugelassene  Lancia Stratos HF  „Stradale“ vorgestellt  wurde, hatte die Evolution von der Studie zur  Fahrmaschine bereits nachhaltig gewirkt.  In dem Rohbau aus Stahl und  glasfaserverstärktem Kunststoff hatte der längs eingebaute Vierzylinder  einem quer installierten, diesmal dem Ferrari Dino 246 GT entliehenen  Sechszylindermotor Platz gemacht.</p>
<p>Ein extremes  Auto war der Lancia Stratos HF  aber  geblieben. Extrem keilförmig und extrem kompakt: 3,67 Meter lang, 1,70   Meter breit und mit 1,08 Metern Höhe flach wie die berühmte Flunder. Die  Fahrerposition  war inzwischen etwas schwerpunktfreundlicher in  Richtung Fahrzeugmitte gewandert,  und für schnellste Reparatureingriffe  im Getümmel zukünftiger Rallyeschlachten  ließen sich Front- und  Heckpartie komplett aufklappen.</p>
<p>Die  maßgeblichen Köpfe hinter dem Projekt waren  der  damalige Lancia-Sportchef Cesare Fiorio, Werkspilot Sandro Munari  und Mike Parkes, Chefentwickler und technisches Gewissen. Der britische  Formel-1-Rennfahrer und Ingenieur stieß 1974 zu Lancia und trug  entscheidend dazu bei, dass der Stratos  konkurrenzfähig wurde. Daran  hatte es bei den ersten Rallyeeinsätzen 1972 nämlich  noch gemangelt.  Notabene: Das Kürzel  HF stand für High Fidelity  (engl.: Treue). Lancia  benutzte diese Buchstabenkombination mit Genehmigung der  HF Squadra  Corse, einem Club  von Lancia-Rennfahrern, und verwendete sie auch  später noch für besonders  sportliche Modelle.</p>
<p>Die zur Homologation des Stratos für den  internationalen Motorsport erforderliche Kleinserie entstand  beim  Automobil-Couturier Bertone – auch einer, dem man ohne Zögern mit dem   Superlativ Legende belegen darf. Mindestens 400 Einheiten forderte das  Gruppe 4-Reglement der internationalen Motorsportbehörde  FIA, knapp 500  Lancia Stratos HF sollen es schließlich geworden sein. Präzisere  und  vor allem übereinstimmende Zahlen geben die verschiedenen Quellen nicht  her.</p>
<p>Mit 2,4-Liter-V-Sechszylindermotor,  Dreiventiltechnik und 190 PS erstürmte der Stratos die 100-km/h-Marke in   6,8 Sekunden und erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 248 km/h.  Werte, mit denen man auch in der Sportwagenwelt von heute noch mitbieten  kann. Der erforderliche Budgetrahmen indes für dieses gehobene  Vergnügen hat in der  Zwischenzeit an Umfang deutlich zugelegt.  Seinerzeit für rund 15.000 DM zu haben, ist der Lancia Stratos HF heute  rare Sammlerware. Marktwert: ab 100.000 Euro aufwärts.</p>
<p><strong>Der Stratos im  Motorsport: die Lizenz zum  Abräumen</strong></p>
<p>Im April 1973 fuhr Sandro Munari auf der  Firestone-Rallye  in Spanien den ersten Erfolg für den Stratos ein.  Einen Monat später folgte ein  zweiter Platz bei der Targa Florio und im  September ein weiterer Triumph bei  der Tour de France. Der Keil hatte  sich warmgelaufen.</p>
<p>1974 kamen  weitere Siege in schneller Folge. Noch vor ihrer  Homologation schlugen die  Stratos in der Prototypenwertung bei der  Sizilien-Tour und der Targa Florio zu,  wenige Tage nach der  FIA-Zulassung des Autos gewann Munari die Rallye San Remo.  Es folgten  weitere Siege und Triumphe beim Giro d&#8217;Italia, bei der „Rideau Lakes“ in   Kanada und der Tour de Corse sowie ein dritter Platz bei der  britischen  RAC-Rallye. Der WM-Titel war damit für Lancia in trockenen  Tüchern. Ein  Triumph, dem sich die Marke mit zwei weiteren  Weltmeisterschaften in den  Folgejahren 1975 und 1976 selbst die  Rallyekrone aufsetzten sollte.</p>
<p>1975 ging es munter weiter. Im  Januar holte Sandro  Munari den ersten von drei aufeinanderfolgenden Siegen bei  der Rallye  Monte Carlo, im weiteren Jahresverlauf siegt Björn Waldegård bei der  Schweden- und der San Remo Rallye. Bei der  Safari Rallye in Kenia wird  Munari zweiter vor Waldegård.</p>
<p>Die britische RAC-Rallye konnte  der von Waldegård  gesteuerte Stratos  zwar nicht gewinnen, aber er hinterließ bleibenden  Eindruck. Nach gutem Start  brach eine Antriebswelle, die Mechaniker  mussten zur Reparatur das Heck abbauen.  Nachdem Waldegård das Rennen  wieder  aufgenommen hatte, markierte er 40 der 72 Etappen mit seinen  Bestzeiten. Trotzdem  wurde er am Ende aus der Wertung genommen. Der  Grund: Das Rennen fand auf  öffentlichen Straßen statt und das Auto war  ohne Rücklichter, Blinker und  Kennzeichen unterwegs!</p>
<p>1976 wurde zum erfolgreichsten  Jahr überhaupt für  den italienischen Rennkeil – mit ersten und zweiten Plätzen  bei der  Rallye Monte Carlo, den Rängen eins bis drei in Portugal sowie Siegen in   Sizilien, beim Giro d&#8217;Italia und in Korsika. Ergebnis: die dritte WM  für Lancia  in Folge.</p>
<p><strong>Erfolgreichster Stratos-Pilot ist ein   Privatier</strong></p>
<p>Siege in Serie sammelte der  Lancia Stratos aber  nicht nur im Werkseinsatz. Zu den erfolgreichsten  Privatiers zählte das  Team Chardonnet of France, dessen Topfahrer Bernard  Darniche noch  Rennen gewann, als das Werksteam längst Geschichte war. Mit 33 Siegen   ging Darniche als erfolgreichste Stratos-Fahrer aller Zeiten in die  Motorsportgeschichte  ein. Werkspilot Sandro Munari hatte „nur“ 13mal  triumphiert.</p>
<p>Drive fast, die young – die Abwandlung eines  bekannten  Songtitels des US-Countrysängers Faron Young skizziert das  weitere Schicksal  des Lancia Stratos. Denn 1977 beschnitt der  Fiat-Konzern das Lancia-Rennsportbudget  und konzentrierte sein  Engagement statt dessen auf den Fiat 131 Abarth. Nachdem im Folgejahr  der Hauptsponsor Alitalia den gleichen Wechsel vollzog,  bestritt das  Stratos-Werksteam nur noch Einsätze in Europa. Und 1979 war  endgültig  „finito“.</p>
<p>Dennoch: Der Stratos lebt. Wenn auch nur in  Träumen,  Erinnerungen oder – im günstigsten Fall – in der beheizten  Garage eines von  Glück und Geld begünstigten Sammlers.<br />
Dennoch scheint die puristische Grundidee „schnell,  keilförmig,  offroadkompatibel“ noch durch die eine oder andere Hirnwindung zu   driften: So stellte 2005 das Londoner Designstudio Fenomenon Ltd. um den   Österreicher Christian Hrabalek, Besitzer der weltgrößten Sammlung   klassischer Stratos-Modelle sowie Rechteinhaber an Namen und Logo, auf   dem Genfer Automobilsalon eine vom Stratos inspirierte Studie vor. Laut  Hrabalek  ein Fahrzeug  nicht nur für die westliche Welt, sondern für  kaufkräftige Automobilenthusiasten  in Schwellenländern, deren  Straßenqualität mit den  Anforderungen moderner Sportwagen nicht  kompatibel ist. Investoren  zur Finanzierung dieses ambitionierten  Konzepts fanden sich bedauerlicherweise  nicht.</p>
<p>Aber Visionen leben schließlich davon, dass man sie   verfolgt.</p>
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